Herbstgedenken an die Familie Kohn
– mit dem Konzert Duo Larimar
vonakreibich/3. November 2026/inRückblicke
Am 11. Oktober 2026 – einem kühlen und verregneten Sonntag – erklangen in der Campevilla und deren ehemaligen Gesellschaftsräumen der jüdischen Bankiersfamilie Kohn zum Gedenken an ihre leidvolle Geschichte die Klangperlen aus jüdischer Feder.
Gespielt wurden diese musikalischen Perlen vom Duo Larimar, dem die Künstlerin Birgit Laude an der Violine und der Künstler Fred Munker am Akkordeon und Klavier angehören – zwei brillante Musiker und Virtuosen auf ihren Instrumenten.

Sie entführten das Publikum in die farbenreiche Klangwelt jüdischer Kompositionen von Klassik bis Klezmer und sorgten mit ihren instrumentalen Höhenflügen voller Vitalität und berührendem Tiefgang beim Zuhören für unterschiedlichste Emotionen. Dabei erklangen kompositorische Perlen sowohl von Fritz Kreisler als auch von John Williams und dem berühmten George Gershwin und erinnerten an die Vielfalt einer weit verbreiteten jüdischen Musikkultur.
Sinnliche Geigenklänge verschmolzen mit kraftvollen Klavierakkorden und der facettenreichen klanglichen Seele des Akkordeons. Um dieses Erleben zu intensivieren, zauberte unserer Pächterehepaar Abadjievi in der Genusspause gleichermaßen geschmackliche Perlen aus der jüdischen Küche auf die Zungen der Gäste.

Von Kebab bis Falafel schmeckte man altbekannte Nuancen in facettenreichen Saucen und wurde sich wieder einmal der Vielfalt jüdischer Kultur in unserem Kulturkreis bewusst.
Die Moderatorin erinnerte an den Ursprung dieser Kultur. Einst wurden in den heutigen Festräumen der Campevilla Gesellschaften gegeben, die Familie Kohn traf sich zu geselligem Anlass, kleinen Hauskonzerten und literarischen Kostproben. Sie waren als Begründer des Bankhauses Kohn in Nürnberg auch die Erbauer des prächtigen Wohnhauses im Stil eines Rokokoschlösschens und vermutlich fanden musikalische Abende, wie dieser, hier regelmäßig statt.

Die Geschichte der Campevilla und der Gesellschaft Museum ist also eng mit der jüdischen Tradition der Familie Kohn verbunden. An das Schicksal der Erben Richard und Elise Kohn mit Deportation und Ermordung durch die Nazis erinnern seit dem 29. April 2026 die Stolpersteine vor unserem heutigen Vereinshaus.
Dieser Konzertabend mit Musik von ergreifender Empfindsamkeit und feurig pulsierendem Temperament, ließ uns den Reichtum der jüdischen Musik als Lebensquelle spüren und verband uns mit der einst gelebten jüdischen Geselligkeit in diesem Hause – viel mehr kann ein Herbstgedenken nicht bewirken als Respekt und Würdigung vor der Lebensleistung der gesamten Familie Kohn. Danke!
Duo Laminar (live in der Gesellschaft Museum)
Text: Astrid Kreibich
Fotos/Gestaltung: Norbert Klostermann
Foto Stolpersteine: Geschichte Für Alle e.V. / Jeffrey Metzger
Video/Sound: Norbert Klostermann
