Jazz-Brunch in der Campevilla
– mit dem Collegium Dixicum
vonakreibich/4. August 2026/inRückblicke
Am 19. Juli 2026 feierte die altehrwürdige Jazzband mit dem akademisch klingenden Namen Collegium Dixicum ihr 65. Jubeljahr im großen Saal unserer Campevilla.
Ihr Debüt fand 1961 im Jazz-Studio Nürnberg, dem ältesten Jazzkeller Deutschlands, statt. Von der Ur-Formation ist nur noch der Drummer Max Rüttinger (dr, voc), seit 1994 Bandleader, übriggeblieben. Er und Reinhardt Zimmermann (b) sind seit Anfang der sechziger Jahre die Urgesteine der Band und werden seit 1980 von Hanno Kohl (tb) und seit 2025 von Harald Sand (tr., voc) und Fritz Degel (bj.) begleitet.
Von diesen unterschiedlichen Einstiegszeiten der Musiker in die Formation war jedoch an diesem Sonntagvormittag nichts spürbar.
Als ob sie schon immer zusammen improvisiert hätten, spielten sie sich gutlaunig in die freudigen Zuhörerohren und gaben aus ihrem Repertoire das Beste zum Mitwippen und Mitklatschen. Selbst auf Zuruf aus dem Publikum wählten sie das Gewünschte und spielten leichthändig einige der bekanntesten Jazz- Balladen zur Freude der siebzig Gäste.
In der Pause zauberte unser Pächterpaar Irina und Udo Abadjievi wieder einmal eine kleine feine Komposition auf die Teller:
runde Genuss-Pralinen erinnerten die Moderatorin an die Herkunft des Namens JAZZ. Dieser tauchte nämlich erstmals 1912 nicht in der Musik, sondern bei einem Sportereignis in Kalifornien auf, wo es um die energiegeladene Spielart des Baseballs ging. Erst später übernahm man diesen Begriff für die hot-Variante von synkopierter Musik in New Orleans.

Nach etlichen Zugaben und kräftigem Applaus wurden die Musiker verabschiedet.
In der Hand hielten sie gebührend zum Anlass eine Magnumflasche, die sogar älter war als ihr Gründungsjahr. Der gute Tropfen stammte von der französischen Witwe Pommery, die 1856 das Unternehmen nach dem Tod ihres Mannes aufbaute – also im gleichen Jahrhundert wie unsere Lesegesellschaft Museum gegründet wurde. Eine echte Zeitdimension.
Mit sommerlich-schwingenden Rhythmen im Ohr bedanken wir uns bei den Musikern und wünschen noch viele jazzige Musikjahre miteinander.
Wir verabschieden uns nun in die Sommerpause und wünschen allen Gästen und Mitgliedern der Gesellschaft Museum eine gute, nicht allzu heiße Zeit bis zu unserem Wiedersehen im Herbst.
Text: Astrid Kreibich, Fotos: Christine Schäfer, Fotos/Gestaltung: Norbert Klostermann