Maiausflug der Gesellschaft Museum
– zum Deutschen Burgenmuseum auf der Veste Heldburg
vonakreibich/30. Mai 2026/inRückblicke
Unter diesem Motto fand am 17. Mai 2026 der Ausflug der Gesellschaft Museum zum Deutschen Burgenmuseum auf der Veste Heldburg statt.
Im Vorfeld sprach nichts für einen sonnigen Ausflugstag – die Eisheiligen hatten wochenlang für eine kühle und feuchte Wetterlage gesorgt. Am Ausflugs-Sonntag war uns jedoch der Wettergott hold und ließ schon am frühen Morgen die Sonne scheinen, die einen wonnigen Maitag versprach. An der Meistersingerhalle starteten wir mit einem Kleinbus zum historischen Grenzort zwischen Franken und Thüringen, fuhren über das Grüne Band – der ehemalige Grenzstreifen der innerdeutschen Teilung – und sahen dann in der Ferne die stolze Veste Heldburg auftauchen, die in 405 Meter Höhe auf einem Vulkankegel thront.

Heute ist sie Sitz des Deutschen Burgenmuseums, das Einblick in die Geschichte der Herrschaft zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert gibt. Dieser südlichste Zipfel Thüringens war bis ins 18. Jahrhundert fränkisch und so ist neben dem fränkischen Dialekt auch die Back- und Brautradition ähnlicher Natur.
Nach unserer Ankunft auf der Veste Heldburg, die auch liebevoll „Fränkische Leuchte“ genannt wird, begrüßte uns ein engagierter Gästeführer und zeigte uns in einem detailreichen und interessanten Rundgang die Räumlichkeiten der von der französischen Renaissance geprägten Burganlage. Trotz eines Schlossbrandes in den 80iger Jahren konnte hier ein informatives Museum entstehen und so erfuhren wir Spannendes über Burganlagen, Rüstungen, Waffen, Kemenaten, Kinderspielzeuge aus Ton und Speiseräume mit historischen Löffeln. Gabeln gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht, die sollten erst viel später in Gebrauch genommen werden. Unser Besteck wartete nach der Führung samt Braten, Klößen und anderen thüringischen Köstlichkeiten im Burgrestaurant auf uns, wo wir den Mittagstisch mit Blick auf das weite Thüringer Becken einnahmen. Bei klarer Sicht ist auch die 15 Kilometer entfernte Veste Coburg zu sehen.

Nach der Mittagspause ging es mit dem Bus weiter in die kleine Fachwerkstadt Seßlach. Dort wartete der Gästeführer im historischen Gewand auf uns, um uns die gut erhaltenen und aufwändig sanierten Fachwerke und Gefache zu zeigen. Wir sahen farbiges Schmuckfachwerk, den Wohlstand ankündigende Andreaskreuze und facettenreiche Holzgravuren auf den Fassaden der liebevoll restaurierten und Geschichten erzählenden Fachwerkhäuser.
An einer historischen Brauerei angelangt, prangte ein Schild für die Bierabholer und so zückte der Gästeführer einen passenden Schlüssel und zeigte uns die Braukessel – was lag da näher für einige Bierliebhaber unter uns im Anschluss ein kleines Fässchen mit dem süffigen Genussmittel unterm Arm zum Bus zu tragen.
Dort drängte der Busfahrer zum Aufbruch und so mussten wir leider ohne die eingeplante Kaffeepause den Heimweg antreten. Beim nächsten Mal werden wir daher ein Stündchen mehr einplanen – schließlich wollen wir nicht „eilen“, sondern an schönen Orten wie diesen „verweilen“.
Bis dahin eine gute Zeit.
Text: Astrid Kreibich (Historikerin)
Fotos/Gestaltung: Norbert Klostermann