Stadtspaziergang zum Sandstein – „Goldener Schnitt“
– Erzähl mir was … vom Goldenen Schnitt…
vonakreibich/7. Juli 2026/inRückblicke
Das war die Idee hinter dem Fingerzeig des Steinbildhauers Dieter Zemann, der uns an einem heißen Dienstag mitnahm – auf den Spuren der ausgeloteten Proportionen unserer schönen mittelalterlichen und wohlgeformten Stadt Nürnberg.
Nürnberg gilt noch heute als schöne Stadt, der Grund liegt in der geometrischen Harmonie, das Gefühl für Proportionen, dem sogenannten „Goldenen Schnitt!“, der auch während des Wiederaufbaus nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg eine Rolle spielen sollte.
Die Teilung einer Strecke, die weder mittig noch gedrittelt ist, ein genau bestimmter Teilungspunkt, welcher mit Lineal und Zirkel sich scheinbar „ratzfatz“ und präzise ermitteln lässt, aber das Auge längst erspäht hat, wenn man sich selbst und seinem optischen Gefühl für Proportion anvertraut, sollten alle Mitspazierenden an diesem Tag erfahren. Und tatsächlich, wenn man sich auf die Wahrnehmung von Fluchten, Winkeln und Achsen einlässt, begegnet man der Vielfalt an wunderschönen Proportionen inmitten der Nürnberger Altstadt.
Belohnt mit dieser Erfahrung wurden alle Tapferen, die dem Ruf des weisen Fingers mit Geduld und Beharrungsvermögen folgten und der Hitze zum Trotz dem wortreichen Vortrag des Steinexperten lauschten. Eines blieb uns wohl allen: es gibt eine intuitive Gabe für Schönheit und wir Menschen können sie erleben, wenn wir unseren Blick schulen und weiten, um den alten Spuren der Baumeister unserer Stadt zu folgen.
Wohlan, entdeckt die schönen Formen der Nürnberger Altstadt-Bauten. Wie klug waren sie doch, die Baumeister von damals.
Text: Astrid Kreibich
Fotos/Gestaltung: Norbert Klostermann
Fotos: Christine Schäfer